Ich mache kaputt, also bin ich.

Wobei „Kaputtmachen“ nicht die korrekte Bezeichnung ist. Ich will ja nichts zerstören, sondern nur ab haben. Rasen zum Beispiel, Hecken oder marodierende, sich selbst ausgesät habende Pflanzen.

Okay, gestern habe ich tatsächlich einen Lieferwagen kaputtgemacht, aber das war weder Plan noch Absicht. Schuld hatte ein hinterlistig und blitzgeschwind aus dem Hinterhalt aufgetauchter Laternenmast, der da definitiv drei Minuten vorher noch nicht stand.

Sonnenuntergang, Abenddämmerung, Laterne
Marodierende Laternenpfähle, die auf arglose Lieferwagenfahrerinnen warten.

An anderer Stelle hatte ich bereits erwähnt, dass ich Geräte liebe, die Krach machen. Was ich nicht liebe: Dekoratives Herumfuddeln mit Kleinkram, Sachen hübsch herrichten, Pflanzen so verbuddeln, dass sie hinterher ein Gesamtkunstwerk bilden. 

Als der Blick für Deko verteilt wurde, muss ich mich da versteckt haben, wo ich auch schon war, als es um das räumliche Vorstellungsvermögen ging; er geht mir gänzlich ab.

Was ich gut kann: Kollateralschäden anrichten. Und hinterher so tun, als sei es ein Versehen gewesen. (Das gilt nicht für das Demolieren meines Lieferwagens; daran war wirklich der Laternenmast schuld!)

Seit gestern habe ich eine Vorstellung, was Donald Trump meinte, als er sagte, er wolle in Afghanistan keinen Stein auf dem anderen lassen. Wenn man die Heckenschere erst einmal in der Hand hat, ist so ein Wacholder schnell zum Bonsai geworden. Allerdings bin ich mit meiner Heckenschere ganz allein, statt Hunderte von Soldaten loszujagen (wo sollte ich auch die ganzen Heckenscheren hernehmen?), habe vorher keine Pressekonferenz gegeben und mein Tun angekündigt, und ich hatte beim Anblick all der toten Äste hinterher schon auch ein bisschen schlechtes Gewissen.

Das mag daran liegen, dass ich im Gegensatz zum Herrn Trump reflektiert und zurechnungsfähig bin. Aber das ist ein anderes Thema, über das ich eigentlich gar nicht schreiben wollte.

Die Hecke ist ab, die Grottensteine sind wieder zu erkennen, Menschen über 1,70 m Körpergröße müssen jetzt nicht mehr die Straßenseite wechseln, wenn sie unser Grundstück in aufrechter Haltung passieren wollen, und ich hatte das Wacholderzeugs sogar in den Ohren. Sage niemand, das Biest hätte sich nicht gewehrt; drecksafghanisches Nadelkram! (Das haben Sie nicht gelesen!)

Jetzt bin ich sauber, es geht mir großartig, und ich habe mir eine gute Erklärung für die beste Schwiegermama von allen zurechtgelegt: Der Hund hat’s gefressen.

 

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