Flussentsalzung auf schamanisch

Heute kam mir beim Spaziergang die örtliche Schamanin entgegen, zusammen mit ein paar begleitenden Damen (wahrscheinlich ebenfalls schamanisch unterwegs). Gegrüßt hat keine von ihnen, und ich hatte kurz den Gedanken im Kopf, den Satansbraten, der sie offensichtlich ebenfalls suspekt fand, von der Leine und den Dingen ihren Lauf zu lassen. 

IMG_20170531_165211743_BURST000_COVER6f709-img_20170221_091946706_hdr2b252812529 Das habe ich mir verkniffen, weil ich Angst vor der Rache der sieben indigenen Großmütter hatte. „Sieben indigene Großmütter?“ werden Sie sich jetzt fragen. „Spinnt die?“ wird Ihre nächste Frage sein.

Nein, ich spinne nicht. Die Schamanin vollführt Rituale, um den Fluss zu reinigen. In Zeiten der Umweltverschmutzung mag das nicht die schlechteste Idee sein. In diesem Fall kommt jedoch erschwerend hinzu, dass die Schamanin nicht allein zu wirken scheint, sondern ihre in den Fluss zu werfenden Globuli von sieben indigenen Großmüttern segnen lässt. Diese kommen aus allen Teilen der Welt. Ich kann Ihnen nicht schreiben, ob sie real sind oder möglicherweise aus der geistigen Welt zur Schamanin sprechen. Tatsache ist, sie sind mir und Frollein Frieda aka „Satansbraten“ gegenüber in der Mehrheit, und deswegen werde ich den Teufel tun und mich über sie lustig machen.

Feuer, Mann, Tanzen, Rituale
Ganz abgesehen davon, dass wohlmeinende Rituale meiner Ansicht nach in höchstem Maße löblich und nötig sind. Das findet  übrigens auch die örtliche Presse, die dem vor einiger Zeit einen Artikel gewidmet hat. Die Tags darauf veröffentlichten Leserbriefe ließen allerdings darauf schließen, dass die Mehrheit der Schreiber/innen der Ansicht war, es handele sich hierbei um einen verfrühten Aprilscherz.
Ich nicht. Ich weiß, dass Erleuchtete jeglicher Couleur ihr Tun sehr ernst nehmen und es nicht höflich ist, sich darüber lustig zu machen.
Kurz nach meiner Begegnung mit den beseelten Damen entdeckte ich am Flussufer ein hübsches Gebilde: In der Mitte ein paar rote Blüten, drumherum Maiskolben, dazwischen noch Blätter und Äste. Das Ganze sah aus wie eine Sonne, die ihren Weg nach unten gefunden hatte. „Schön haben die das gemacht!“ dachte es in mir. Doch bevor ich noch in eine ebenfalls beseelte Stimmung kommen konnte, hatte sich Frieda schon einen der Maiskolben aus dem Gebilde geschnappt und sich damit aus dem Staub gemacht.

Maiskolben, Fingergriffe, Angebissen
Der Maiskolben nach seiner Begegnung mit Frieda.
Wer weiß, vielleicht hat sie später spiralförmig geschissen; man weiß ja nie, was indigene Großmütter und Schamaninnen bewirken können…

 

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