Vielen Dank für Ihre Anregungen zum #Arschlochtag!

Zwar hat mir niemand geschrieben und mir auf diesem Wege die eine oder andere Idee, wie man sich zu einem kapitalen Arschloch entwickeln kann, verehrt, aber viele sind tätig geworden, und dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken:

Werte Dame im Toyota Yaris, großartig, wie Sie es geschafft haben, beim Linksabbiegen den gesamten Verkehr hinter sich zum Erliegen zu bringen, einfach, indem Sie nicht bis in die Mitte der Kreuzung vorgefahren, sondern früh genug stehengeblieben sind!

Liebe radfahrende und anhängermitkleinkinddarinziehende Mutti, es ist Ihnen tatsächlich gelungen, sämtlichen rollatorschiebenden Rentner/innen den Weg ins Geschäft zu versperren, indem Sie ihr Fahrrad fast genau vor dem Eingang abstellten. Da gibt es aus meiner Sicht keinen Verbesserungsbedarf; Ihre Rücksichtslosigkeit ist bereits optimal ausgeprägt. Bitte erziehen Sie unbedingt Ihr Kind in diesem Sinne; wir brauchen mehr von Ihrer Sorte, wenn wir auch in 20 Jahren noch egoistische und korrupte Eliten haben wollen.

Lieber Autofahrer aus dem Eichsfeld (woher auch sonst???), auch Sie müssen sich für ein paar Minuten wie Gott gefühlt haben – haben Sie doch die Geschwindigkeit der Nachfolgenden bestimmt, während Sie auf der Hauptstraße einen Parkplatz suchten. Ein Extrasternchen gibt es dafür, dass Sie dies taten, ohne den Blinker zu benutzen.

Auch bei den beiden Damen mittleren Alters, denen es gelungen ist, einen größeren Teil der Fußgängerzone für den Lieferverkehr zu blockieren, möchte ich meinen Glückwunsch aussprechen. Die gesamte Umgebung auszublenden, während man sich angeregt unterhält, und dann entrüstet zu gucken, wenn gehupt wird, ist ganz bestimmt eine beachtliche Leistung, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt.

Ich habe auch mein Möglichstes versucht: Bin dicht aufgefahren, um langsame Autofahrer zu erschrecken, habe grimmig geguckt, an der Kasse stundenlang nach Kleingeld gesucht und Frieda auch im Dunkeln frei laufen lassen. Besonders lustig war es, als sie nach dem Kleinkind schnappte und die dazugehörige Mutter anknurrte. „Gehen Sie doch woanders lang!“ habe ich ihr entgegengeschleudert und war recht zufrieden mit mir.

Außerdem habe ich ganz lange für ein Gelingen der Sondierungsgespräche von CDU/CSU, FDP und Grünen gebetet. Diese Leute haben nach meinem Dafürhalten bereits jetzt gezeigt, wie wichtig es ist, auf Inhalte zu verzichten, auf das eigene Wohl zu achten, von einer Haltung schnell wieder abzurücken, wenn es um die angestrebte eigene Position geht und sind damit ganz wunderbare Vorbilder, wenn es nächste Woche wieder heißt: „Heute ist Arschlochtag!“

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