Wie ich beschloss, keine Sachen mehr zu bestellen und trotzdem dauernd zur Post muss

Meine Erlebnisse mit DHL im Besonderen und meinem Entschluss, alle Paketdienste im Allgemeinen ab sofort zu boykottieren und nur noch lokal einzukaufen, kennen Sie ja. Wenn nicht, gucken Sie hier: #DHL und die Versendung von Paketen – eine unendliche Geschichte. Und hier: „Warten auf Godot“ oder „Wann kommt mein Paket?“. Aber auch hier: Als ich kürzlich mehrfach versuchte, bei der Post ein Paket abzuholen.

Sie sehen, das Thema treibt mich um. Und nach all diesen Ärgernissen ist es mir tatsächlich gelungen, nichts mehr zu bestellen. Wenn mich doch einmal die Lust auf einen Onlinehändler überfällt, muss ich nur meine eigenen Posts lesen, und schon kann ich diesen Gedanken wieder ziehen lassen. Das spart auch eine Mörderkohle, die ich der heimischen Wirtschaft zur Verfügung stellen kann.

Es könnte also alles ganz wunderbar sein, wenn mein Umfeld ebenfalls dieser Ansicht wäre. Ist es aber nicht. Mein Umfeld bestellt munter vor sich hin und verschickt auch mal etwas. So durfte ich gestern etwas mehr als eine halbe Stunde mit geschätzt 15 anderen Menschen darauf warten, dass die beiden (!!!) Schalterbeamten ihren Job möglichst schnell taten und die anderen Kund/innen keine blöden Fragen stellen oder Spezialaufträge vergeben würden. Ich war nicht etwa in eigener Sache dort, sondern bewaffnet mit dem Abholkärtchen der Beutetochter, auf dem ich sogar noch ihre Unterschrift gefälscht habe, damit ich bei der Post in der Schlange stehen darf.

Schlange_stehen
Okay, das ist etwas übertrieben; in meiner Schlange war man auch viel wärmer angezogen.

Ich erzähle jetzt nicht im Einzelnen, was ich alles erlebt habe und welche Phantasien bei mir ausgelöst wurden. Nur soviel: Irgendwann hatte ich das vermaledeite Paket und weiß immer noch nicht, was drin ist!

Heute nun fragte mich mein Arbeitgeber, ob ich nicht auf dem Nachhauseweg „rasch“ ein Paket für ihn abgeben könne. Ich war wahrscheinlich entweder noch nicht wach oder schon wieder müde, jedenfalls nahm ich das Paket in Empfang und trug es in mein Auto. Natürlich hatte ich auch hier keine Ahnung, was drin war! Vor der Post gab es keinen einzigen Parkplatz, und nicht wenige Kunden hatten sich kurzerhand mitten auf die Straße gestellt. Ich fuhr vorbei, als ich sah, dass die Schlange bis vor die Eingangstür stand.

Ein paar Stunden später versuchte ich es ein zweites Mal, parkte ca. vier Kilometer entfernt, schleppte das fremde Paket zur Postfiliale und durfte mich auf dem Bürgersteig anstellen. Die beiden Schalterbeamten arbeiteten glücklicherweise wieder verhältnismäßig schnell, und ich landete nach einiger Zeit beim gleichen Beamten wie gestern. Aber er schien mich nicht zu erkennen…

Als ich gerade nach Hause kam, eröffnete mir die Schwiegermutter, dass eine von uns demnächst mal zur Post müsse. Eine unserer Weihnachtsbesucherinnen hat mitgedacht und das Geschenk für den Ehemann, das sie beim Onlinehändler ihres Vertrauens bestellt hat, direkt an unsere Adresse schicken lassen. Aber bei uns darf ja der Paketbote nicht aufs Grundstück…

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… und das ist der Grund dafür…

 

 

 

 

 

 

 

 

Bin gespannt, ob der Postbeamte mich beim dritten Besuch wiedererkennt. Vielleicht bekommt man ja für besonders formschönes Schlangestehen eine Briefmarke umsonst?

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