Adventskalender Türchen 15: Weihnachten schwänzen Teil 2

Liebe Leserin, lieber Leser,

So stellte ich mir mich als unerschrockenen, rebellischen Outlaw vor…

erinnern Sie sich noch an das Gefühl, das einen umwaberte, wenn man die Schule geschwänzt hat? Dieses Gefühl von Freiheit und Abenteuer, dieses leichte Erschauern, weil man etwas Verbotenes tat, diese leichte Paranoia, die einen dazu zwang, sich immer wieder umzudrehen, ob man einen auch niemand erwischte? Ich habe manchmal sogar die Unterschrift meiner Mutter gefälscht, wenn es mir nötig erschien, und das machte den Vorgang des Schwänzens endgültig zu etwas Illegalem und mich zum Outlaw.

In meiner Erinnerung war das ein gutes Gefühl – wenn man nicht zu oft geschwänzt hat. Das Schwänzen hat leider sehr viel von seinem Abenteuernimbus verloren, als ich meine Entschuldigungen selbst schreiben durfte. Das war nicht mehr das gleiche, weil nicht mehr verboten, und deswegen hat es auch nicht mehr soviel Spaß gemacht.

Heute stehen wir wenige Tage vor dem Weihnachtsfest. Das Gefühl beim Schuleschwänzen können diejenigen unter uns, die das 20. Lebensjahr hinter sich gelassen haben, schwerlich reproduzieren. Darum mein Tipp für alle nicht mehr Schulpflichtigen: Schwänzen Sie Weihnachten!

Ich mache das dieses Jahr zum zweiten Mal, und ich kann Ihnen sagen, dass es sich wie Schuleschwänzen anfühlt! Es ist ebenfalls irgendwie verboten, weil man sich normalerweise dem (familiären) Weihnachtsgeschäft mehr oder weniger klaglos auszusetzen hat und es außerdem kaum jemand tut. Wenn Sie also weihnachtsschwänzend durch die Straßen schlendern, ohne mindestens drei Einkaufstüten am Arm und Panik im Blick, fallen Sie genauso auf wie ein Schulkind, das während der Unterrichtszeit in der Fußgängerzone herumstreunt. Das macht Spaß!

Sie sitzen hier und genießen den Blick. Die meisten anderen shoppen.

Und das geht die ganze Zeit bis zum Heiligabend weiter: Wenn Sie sich nicht am 24.12. zusammen mit anderen Gestressten auf den Großparkplatz des Shopping-Centers stellen, es geht weiter, wenn Sie sich nicht in die Schlange beim Bäcker oder Schlachter einreihen, um die bestellten Kaviarstangen und das Fonduefleisch abzuholen, und es endet damit, dass Sie sich nicht mit Ihren Verwandten unter dem viel zu früh gekauften Baum versammeln, um dort Sekt zu trinken, Geschenke auszutauschen und ein fröhliches Weihnachtsliedchen anzustimmen.

Das könnten Sie sein – an Heiligabend!

Nein, Sie sind auf der leeren Autobahn unterwegs – zu einem Ziel Ihrer Wahl!

Kurz: Denken Sie Weihnachten einmal ganz neu!

Nachwort: Falls Sie zu denjenigen gehören, die nicht die Nerven hatten, um die Schule zu schwänzen, versuchen Sie es mit dem Weihnachtsschwänzen besser nicht. Die mentale Herausforderung wäre zu groß.


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