Was ist der Unterschied zwischen stieren und beobachten, und was hat das mit (m)einem Gehirn zu tun?

Mein lieber Mann und ich tauschen uns von Zeit zu Zeit über unser Tun aus. Das tun wir immer dann, wenn ich ihn frage, was er denn gerade tut und warum.

Ich glaube, Männer interessieren sich, wenn überhaupt, eher peripher für das, was Frauen tun. Ist wahrscheinlich zu anstrengend, weil mann sich zusätzlich mit den dahinter verborgenen Beweggründen auseinandersetzen müsste, was dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Überschreiten der männlichen Frustrationstoleranzgrenze führen würde, weil die weiblichen Beweggründe für den ehemaligen Mammutjäger einfach zu kompliziert erscheinen.

An dieser Stelle darum die Frage an Sie, liebe Herren: Wann genau sind Sie gedanklich aus dem letzten Satz ausgestiegen?

Doch zurück zum Anfang: Heute, beim Frühstück auf der Terrasse unseres kleinen dänischen Ferienhauses, fragte ich meinen Mann, ob er gerade denke, beobachte oder stiere.

Nachdem wir unsere jeweiligen Definitionen und den Unterschied zwischen „Stieren“ und „Beobachten“ abgeglichen hatten, antwortete er, dass diese Tätigkeiten häufig nahtlos ineinander übergingen. Er finge an, etwas zu beobachten, nach einer Zeit denke er darüber nach, was er da beobachte, und über dem Denken finge er dann früher oder später das Stieren an.

Also:

Erst beobachten.
Dann (nach-) denken.
Irgendwann stieren.

Ich versuchte das in meine Gedankenwelt zu übertragen: „Aha. Dann findet also das Beobachten eher im Außen statt, und das Stieren ist mehr in Dir drin, zusammen mit dem Denken?“

Er antwortete nicht. Jedenfalls nicht auf diese Frage, wohl aber etwas später auf eine andere, an die ich mich jedoch nicht mehr erinnern konnte.

Gelingende Kommunikation ist etwas Wunderbares! Aber das war nicht das Thema.

Was all das mit meinem Gehirn zu tun hat? Ich bin so damit beschäftigt, darüber nachzudenken, ob mein Mann stiert, denkt oder beobachtet und ob er mir deshalb nicht zuzuhören scheint, dass ich darüber vergesse, was ich gerade gedacht habe. Und das ist weder gut für mich noch für mein Gehirn.

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