Dopaminfasten – warum Sie nicht über jedes Stöckchen springen sollten, das man Ihnen hinhält.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wollten Sie schon immer wissen, wie Sie glücklich werden? Wollen Sie endlich Ihre Hormone unter Kontrolle bekommen? Ist es Ihnen ein wichtiges Anliegen, lästige Außenreize abzuschalten?

Dann lesen Sie unbedingt weiter; ich habe nämlich eine neue Sau entdeckt, die gerade durchs digitale Dorf getrieben wird. Das Stichwort ist

Dopaminfasten!

Sie fragen sich, was das denn jetzt wieder sein soll? Das fragen Sie sich zu Recht.

Jungunternehmer aus dem Silicon Valley haben diesen „Trend“ für sich entdeckt und machen ihn seit Monaten über die sozialen Netzwerke publik.

Wie funktioniert Dopaminfasten?

Dazu sollten Sie erst einmal wissen, was Dopamin ist. Es handelt sich hier um einen Neurotransmitter (deutsch: ein Nervenbotenstoff), der einen Einfluss auf Motivation, Antrieb vor allem aber auf das Glücksempfinden hat. Deswegen wird es auch gern „Glückshormon“ genannt. Dopamin wird ausgeschüttet, wenn man etwas Anregendes tut, sich in einem „Flow“ befindet. Es wird aber auch produziert, wenn man Außenreizen wie Fernsehen, YouTube, Twitter & Co. ausgesetzt ist. Dann wird das Gehirn faul, macht nichts mehr selbst, sondern wartet auf die Außenreize.

Deswegen ist Dopaminfasten nichts anderes als der Verzicht auf eben diese Außenreize. Klingt erst einmal vernünftig. Weniger Fernsehen, Facebook, Instagram, das Smartphone beiseite legen…

Aber die Protagonisten des Dopaminfastens machen noch ganz etwas anderes: Sie versuchen, auf alle Reize zu verzichten. Dazu gehört auch das Gespräch mit Freunden oder Nachbarn, Berührungen, Bewegung, Essen… Wir können uns das etwa so vorstellen:

Dopaminfaster inside.

Und wenn man das für ein paar Stunden oder sogar Tage durchgehalten hat, knallt einem das Dopamin nur so aus den Ohren und man ist voll der glückliche Mensch.

Ich sehe diesen so genannten „Trend“ als ein weiteres Zeichen des allgemeinen Selbstoptimierungswahns. Anstatt schlicht mit einer gewissen Achtsamkeit durch die Welt zu laufen, freundlich zu seinen Mitmenschen zu sein, öfter mal den Blick vom technischen Kleingerät zu lösen und herumschweifen zu lassen und ordentlich zu essen, nimmt man sich alles weg, um sich hinterher darüber zu freuen, dass es da ist.

Lassen Sie das!

Freuen Sie sich schon jetzt über das, was da ist. Legen Sie schon heute Ihr technisches Kleingerät ab und zu an die Seite. Gehen Sie raus – mit oder ohne Hund, mit oder ohne Regen. Seien Sie freundlich zu Ihren Mitmenschen, bedanken Sie sich für das Geschenk genau dieses Tages und denken Sie ab und zu daran, dass Ihr Leben endlich ist. Und schon klappt das mit dem Dopamin ganz von allein!

Glücklich sein. Einfach nur so. Ganz ohne Dopaminfasten. Versuchen Sie das mal!

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