Laubbläser oder Subwoofer – das ist hier die Frage…

… und diese Frage wird den einen oder anderen Leser möglicherweise in Entscheidungsnöte bringen. Beides macht Geräusche, beides sind technische Mittelgroßgeräte, und beides erhöht die Freude am Leben.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, es nicht so gern laut haben und außerdem der Ansicht sind, oben genannte Geräte seien nicht gut für Umwelt, Klima und Gehörgänge, brauchen Sie ab hier nicht weiterzulesen und können sich wichtigeren Dingen widmen. Der Mülltrennung zum Beispiel. Oder der Suche nach einer E-Tankstelle.

Ich muss ein wenig ausholen: Wir haben einen großen Garten, in dem sich unter anderem eine alte und ordentlich belaubte Eiche befindet. Mein lieber Mann hat Hochtonschwerhörigkeit. (Den Zusammenhang werden Sie gleich erkennen.) Die Eiche wirft jedes Jahr im Herbst eine riesige Menge Laub von sich, das dann durch den Garten marodiert. Mein Mann ist regelmäßig genervt davon, dass bei Filmen die Musik gut verständlich ist, die Dialoge aber irgendwie hinter der Musik untergehen.

Inzwischen hat sich das Laub in allen möglichen Ecken angesammelt, meine liebe Schwiegermutter behauptet, dass es den Rasen zerstöre und deswegen weg müsse, und ich habe nicht die geringste Lust, diesem Laubberg mit einem albernen Grasbesen zuleibe zu rücken. Ich will einen Laubbläser! Der macht Krach und allein deswegen schon Spaß, und ich bin jedesmal neidisch, wenn ich die Nachbarn mit solch einem Ding hantieren sehe oder höre.

Letzte Woche nun verkündete der Mann, dass er ein größeres Paket erwarte. Ich: „Liebster, hast du mir etwa einen Laubbläser gekauft?“ Er: „Nö. Eine Dolby-Surround-Anlage. Für den Fernseher. Für uns. Damit wir einen größeren Hörgenuss beim Gucken haben.“

Meine Schultern sackten nach unten und meine Hoffnung in sich zusammen. Kein Laubbläser. Der Garten ist ein Jammertal, und die Gartenarbeit ein Graus!

Stellfläche. Fast ausreichend.

Nach zwei Tagen hatte der liebe Mann die neue Lautsprecheranlage installiert. Wir können jetzt die Fenster nicht mehr aufmachen, weil die Fensterbank genau die richtige Höhe und Entfernung für die kleinen Boxen hat, die von hinten schallen sollen. Zwei weitere Boxen und so ein schwarzes Dingens (der Mann nannte es „Subwoofer“) stehen im Bücherregal. Die alten Boxen befinden sich ebenfalls noch im Wohnzimmer, und ich habe die neue Stellfläche schnell schätzen gelernt.

Jetzt haben wir also einen ganz besonderen Hörgenuss beim Zappen.

Naja, ich nicht… Ich höre nämlich keinen Unterschied zu früher. Aber verraten Sie das nicht meinem lieben Mann; der wäre schon arg enttäuscht. Und möglicherweise ist das ja auch eine Art von Schwerhörigkeit.

Der Rasen befindet sich direkt darunter.

Das Laub liegt übrigens immer noch im Garten. Ohne Laubbläser rühre ich keinen Finger!

Gibt es hier vielleicht einen umweltbewussten, rüstigen und tatkräftigen Mitleser, dem es Freude machen würde, geschätzte 1,5 Tonnen Eichenlaub mittels Grasbesen und Schippchen in grüne Säcke zu befördern und zur Kompostanlage zu bringen? Sie dürften im Gegenzug gern einen Abend mit uns fernsehen – und -hören!

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